da

da
da1 Adv "da, dort" std. (8. Jh.), mhd. dā(r), ahd. dā(r), as. thā̆r Stammwort. Aus wg. * þǣr Adv. "da, dort", auch in ae. þǣr, afr. thēr. Von einer kurzvokalischen Form * þar gehen dagegen aus gt. þar, anord. þar (die altfriesischen und altsächsischen Formen sind mehrdeutig). Lokativ-Bildung auf -r zu dem demonstrativen Pronominalstamm ig. * to- mit verschiedenen Ablautformen (oder verschiedenen Vokalentwicklungen unter Sonderbedingungen wie dem Satztiefton). Das auslautende r schwindet in solchen unbetonten Wörtern seit mittelhochdeutscher Zeit; in Zusammenrückungen vor Vokal (wie daran, darauf) hat es sich gehalten und gilt dort als "Hiattrenner".
   Ebenso nndl. daar, ne. there, nschw. där, nisl. þar. S. auch dann, dannen, dar, dort.
Moilanen, M.: Zum lokalen Gebrauch der Demonstrativadverbien da und dort (Helsinki 1973);
Moilanen, M. in Die Partikeln der deutschen Sprache. Hrsg. H. Weydt (Berlin 1979), 187-201;
Ehrich, V. ZSp 2 (1983), 197-219. westgermanisch iz.
da2 Adv "zu diesem Zeitpunkt, in dieser Hinsicht" std. (8. Jh.), mhd. , ahd. , as. thō Stammwort. Entsprechend ae. þā. Entweder langvokalische (wohl instrumentale) Adverbialbildung zum demonstrativen Stamm ig. * to- oder ausgehend von der Form des Akkusativs Singular feminini des demonstrativen Pronomens (Artikels), wobei ein Begriff wie "Zeit" zu ergänzen wäre. Die Lautform würde bei dieser Annahme zwar dem gotischen Pronomen (þo), nicht aber dem althochdeutsch-altsächsischen entsprechen; diese unregelmäßige Lautentwicklung müßte durch einen Anschluß an da1 erklärt werden. Später auch Konjunktion, zunächst temporal (heute veraltet), dann kausal.
Arndt, E. BGDSL-H 82 (1960), 242-260;
Harweg, R. ZVS 86 (1972), 137-154;
Harweg, R. ZVS 90 (1977), 290-314;
Thim-Mabrey, Ch. SW 7 (1982), 197-219. westgermanisch iz.

Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache. 2013.

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